Radtour zum Gnitz

Die Halbinsel Gnitz im nördlichen Achterwasser der Insel Usedom ist ein wahres Naturschutzparadies abseits der Ostseebäder. In der Coronakrise nutzen wir nun also unsere Zeit, satteln die Räder und lernen die Insel kennen: 

Die Tour führte uns entlang des einzigartigen Küstenstreifens der Südspitze Gnitz, zu wilden Steilufern, bewaldeten Höhenzügen, offenen Dünen und Salzwiesen. Mit etwas Glück könnt ihr auch imposante Seeadler und seltene Uferschwalben beobachten         

Vorbei an ruhigen Buchten und Magerrasenflächen geht es zum "Mövenort", einem durch die Brandungsströmung entstandenen Sandhaken. Von hier führt der schmale Pfad nun immer nahe des Steilufers. Eine der schönsten Aussichten über das Achterwasser bietet auch der 32 m hohe Weiße Berg. Der Blick auf das Krumminer Wiek und den Peenestrom hat vor allem in den Abendstunden seinen besonderen Reiz. Vorbei an Kiefernwäldern, Feuchtwiesen und Magerrasenflächen geht es dann zurück ins beschauliche Lütow. 

Eine Tour, die sich wirklich lohnt! Kann aber auch sehr anstrengend werden. Gestartet sind wir von Koserow, inklusive Gnitztour und wieder zurück - da weiß man am Abend, was man geleistet hat...

Loddiner Höft

Das Loddiner Höft befindet sich südwestlich von Loddin, ist eine in das Achterwasser ragende Halbinsel und gilt vielen als ist eine schönsten und der reizvollsten Landschaften der Insel Usedom.

Das hügelige Gelände erhebt sich bis zu 16 Meter über den Meeresspiegel, ist gekennzeichnet durch Wiesen- und Buschlandschaften mit einer vielfältigen Pflanzenwelt und durch eine im Westen schroff zum Achterwasser hinabfallenden Steilküste, von der aus man einen eindrucksvollen Blick auf die umliegenden Usedomer Halbinseln hat. 
Unterhalb der Steilküste befindet sich ein kleiner, etwas versteckter Sandstrand.

Am Ende der Loddiner Dorfstraße beginnt ein gut begehbarer Wanderweg durch das Höft, welcher zu einem Spaziergang bis zum Aussichtspunkt einlädt. Auch unterwegs eröffnen sich von den Hügeln immer wieder wunderschöne Aussichten nach allen Seiten.

Eine Wanderung vom Parkplatz am Ende der Loddiner Dorfstrasse bis zum Aussichtspunkt und zurück umfasst etwa 3 Kilometer.

Lieper Winkel

Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein!

Der Lieper Winkel ist eine zur Insel Usedom gehörende Halbinsel und befindet sich zwischen Achterwasser und Peenestrom. Die Halbinsel gehört zur Gemeinde Rankwitz, die acht Dörfer umfasst: dem Kernort Rankwitz mit Hafen, Grüssow, Krienke, Quilitz, Reestow, Suckow, Warthe und der namensgebende Ort Liepe. Fast alle Dörfer haben wir mit dem Auto erkundet und waren fasziniert von dieser „Einsamkeit“. Romantisch und idyllisch - hier können Geist und Seele wirklich mal ganz in Ruhe Kraft tanken.

Peenemünde

Ein Ort voller Facetten...

Peenemünde ist ein Ort, der heute bis weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt ist. Dies hängt mit der bewegten Vergangenheit zusammen. In früheren Zeiten haben die Fischer friedlich ihren Fang eingeholt. Besondere Bedeutung hatte jedoch 1942 der erste Raketenstart ins All. Die Geschehnisse im zweiten Weltkrieg sowie die weitere Entwicklung sind heute im Historisch-Technischen Museum sehr umfangreich dokumentiert.

Doch auch der Charme des Hafens sowie die verzauberten Orte, die du mit der Fähre von Peenemünde aus besuchen kannst, sind echte Geheimtipps. Stell‘ dir vor, du flanierst durch ein uriges Fischerdorf - hier steht die Zeit noch still. Nach einem Spaziergang erreichst du einen verträumten Strand. Am Fischereihafen warten frische Fischbrötchen auf dich...

Bockwindmühle Pudagla

...dreht sich mit Wind in den Segeln.

Weithin sichtbar thront auf einem Hügel zwischen Achterwasser und Schmollensee die Bockwindmühle von Pudagla. Allerdings nutzt sie nur noch an wenigen Tagen den Wind, um in ihrem Inneren Getreide zu Mehl zu mahlen. Der hölzerne und vor sechzehn Jahren runderneuerte Koloss ist längst nicht mehr in Betrieb, sondern dient an besonderen Tagen als Schauobjekt für ein längst ausgestorbenes Handwerk.

Der Verein „Freunde der Bockwindmühle Pudagla e.V.“ betreibt die imposante Mühle, die an Ostern sowie von Mai bis Mitte Oktober besichtigt werden kann. Zu besonderen Anlässen feiern die Mühlenfreunde ein Mühlenfest. Dann bekommen die vier Windmühlenblätter Segel angelegt und das Mühlenhaus wird in den Wind gedreht.

Einheimische und Touristen können - wenn sie wieder dürfen - dann nicht nur die Mühle von innen anschauen, sondern bei gutem Wind zusehen, wie das Flügelkreuz die Steinmühle in Gang bringt. Dabei knarzt das Gebälk und zuweilen schaukelt die auf dem mächtigen Bock aufsitzende Mühle ganz sanft.

Hubbrücke Karnin

Technisches Denkmal im Strom

Seit 1875 konnte man die Insel Usedom vom Festland aus mit der Eisenbahn über die Karniner Brücke erreichen, die Teil der Verbindung von Ducherow über Heringsdorf nach Wolgast/Fähre war. Die Bahnlinie wird heute nur noch zwischen Swinemünde und Wolgast betrieben.

Anfangs war die Brücke eine eingleisige, handbetriebene Drehbrücke, die ab 1908 zweigleisig ausgebaut wurde. Um dem wachsenden Zugbetrieb mit höheren Verkehrslasten Rechnung zu tragen, wurde 1932/33 im Mittelteil eine 35 Meter hohe Hubbrücke errichtet, die etwa 52 von insgesamt 360 Metern Gesamtlänge der Brücke ausmachte.

Die nunmehr relativ schnell zu betätigende Hubbrücke war fortan die wichtigste Verkehrsanbindung auf die Insel. Sie querte den Strom, wie die Verbindung von Stettiner Haff und Peenemündung in den Peenestrom genannt wird. Die Brücke wurde zum Ende des 2. Weltkrieges von der Wehrmacht gesprengt, um der Roten Armee den Vormarsch zu erschweren. Nur das Hubteil blieb aus strategischen Gründen erhalten. 

Ein Wiederaufbau der Brücke wurde immer wieder verschoben. So ist die Insel Usedom mit der Bahn nur über die Brücke in Wolgast, aus Richtung Süden nur über die Zecheriner Brücke mit dem Auto zu erreichen. Im Bahnhof Karnin war von 1999 bis 2005 eine Ausstellung zum Streckenverlauf eingerichtet, die aber mangels Wirtschaftlichkeit aufgegeben werden musste.

Hafen Stagnieß

...Natur pur!

Schon auf den ersten Blick fasziniert der Stagnießer Hafen mit seiner traumhaften, naturnahen Lage südlich von Ückeritz. Den eigentlichen Hafenbereich erreicht man durch eine schmale Einfahrtrinne vom Achterwasser aus. Dort können 44 Boote von Wasserwanderern festmachen. Im Wendebecken stehen über 60 Dauerliegeplätze zur Verfügung.

Von dem kleinen Hafen aus kann man Schiffsausflüge mit der „Jessica“ (Ückeritzer Personenschifffahrt) auf dem Achterwasser oder zum Rankwitzer Hafen auf dem Peenestom unternehmen. Empfehlenswert ist auch eine sommerabendliche Schiffsfahrt über den Nepperminer, Balmer oder Krienker See.
Bis wir das wieder dürfen, dauert es wohl noch einen Moment...

Im unmittelbaren Umfeld des Hafens gibt es einen Imbiss mit Hafenblick sowie einen Naturcampingplatz und diverse Unterkunftsmöglichkeiten.

Von Stagnieß aus empfehlen sich im Übrigen auch Landausflüge in die Kaiserbäder, zum Gesteinsgarten oder den Kletterwald nach Neu Pudagla.

Koserower Salzhütten

Hier duftet es nach Meer und Holz, nach Rauch und Fisch. Wer auf der Suche nach ursprünglicher maritimer Inselhistorie und dem Flair des Fischermilieus mit dem verlockenden Duft nach frischem Fisch ist, der ist in der „Koserower Salzhütte“ richtig. Das denkmalgeschützte Ensemble bietet dir ein gemütliches und natürliches Ambiente, in dem er täglich frisch auf Buchenholz geräucherten Fisch sowie alle anderen einheimischen Fischsorten, ob gebraten oder gekocht, genießen kannst.
Für fangfrischen Fisch aus der Ostsee sorgt der Fischer. Das Restaurant bietet 30 Innenplätze und eine großzügige Terrasse, die im Sommer zum Verweilen einlädt.

Ein absolut berühmter Geheimtipp!

SUP-USEDOM

Ich habe eine neue Leidenschaft entdeckt!
Für andere ein alter Hut, für mich seit diesen Sommer Faszination pur! Esgibt doch wohl nicht schöneres, als in den Sonnenuntergang zu paddeln...

Nun habe ich schon ein paar coole Stellen entdecken können, wo das Stand up paddling richtig Spaß macht:

Achterwasser Forsthaus Damerow
Achterwasser Pudagla Teufelsstein
Idyll am Wolgastsee
Ostsee

Weitere Stellen werden noch getestet!

Vogelpark Marlow

TAGESAUSFLUG
Auf Usedom gibt es eine ganze Menge zu entdecken, aber auch über die Inselgrenzen hinaus! Mecklenburg-Vorpommern ist ein so tolles Bundesland! 

Die Sonne scheint, die Straßen sind relativ frei - auf geht’s es in das 100 Kilometer entfernte Marlow, in den wunderschönen Vogelpark Marlow!

Mit 15 € Eintritt ist es gerade für Familien ein ordentlicher Preis, aber auch vollkommen gerechtfertigt! Der Park ist toll gepflegt, alles ist sauber und es gibt eine Vielzahl an Tier-, Baum- und Pflanzenarten zu entdecken. Für Kinder gibt es außerdem eine Menge Spaß und Spiel, grandiose Flugshows mit Eulen und Adlern und sogar einen Auslauf für Hunde mitten im Wald. Du musst es unbedingt erlebt haben!

Eine Zeitreise auf Usedom

Auf dem Gelände der ehemaligen bäuerlichen Handelsgenossenschaft in Dargen entstand 1997 durch Eigeninitiative von DDR-motorradbegeisterten Menschen das Zweiradmuseum.

In ungezählten freiwilligen Stunden wurden die in der ehemaligen DDR produzierten und gehandelten Zweiradfahrzeuge restauriert und die Gebäude durch die Museumsmitglieder um- und ausgebaut.

Mittlerweile hat sich die Ausstellung um den Schwerpunkt "Motorrad DDR" wesentlich erweitert. Motorentechnik, Traktoren, NVA-Technik, Krankenwagen, PKW- und Feuerwehrtechnik bilden den Kern der Ausstellung.

Nebenbei bietet das Museum mit der Ausstellung von Konsumgütern und Haushaltsgegenständen einen Einblick in das Leben der Menschen in der ehemaligen DDR. Hierzu habe ich dir ein paar Fotos reingepackt.

Gute Reise! 🎒

Abbruchküste Bansin

Die Ostseeküste von Usedom zeigt sich in den verschiedensten Formen. Ist sie in den Kaiserbädern Ahlbeck und Heringsdorf noch flach, erhebt sie sich nordwestlich von Bansin zur Steilküste empor. 

Entstanden ist diese Steilküste in Laufe der Jahrtausende durch Landabbrüche, die Wind und Wellen verursacht haben. Auch heute ist sie in ständiger Veränderung und verliert bei Stürmen an Land. Der hier abgetragene Sand wird durch die starke Strömung Richtung Swinemünde bewegt und sorgt dort für breiter werdende Strände.

Dass sich die Steilküste ständig verändert, ist an den Bäumen zu erkennen. Viele davon wuchsen ursprünglich oberhalb der Kliffkante und rutschen nun im Laufe der Zeit den Hang hinunter. Überall findet man auch Findlinge, die einst tief im Sand lagerten und frei gespült wurden. So auch der Wappenstein von Bansin, der heute in der Ostsee liegt.

Wer nach einem Sturm einen Strandspaziergang entlang der Steilküste macht, hat gute Chancen Bernstein, Donnerkeile und Hühnergötter zu finden.
Der höchste Punkt der Steilküste ist im Übrigen der Langenberg, der etwa 54m über dem Meeresspiegel liegt.

Teufelsstein Pudagla

Der Sage nach wollte der Teufel oder ein Riese den Bau des Klosters Pudagla verhindern, in dem er den Stein zum Kloster warf. Der Stein entglitt ihm jedoch aus den Fingern, prallte gegen den Konker Berg und rollte ins Wasser...

Ein wunderschönes Fleckchen Erde abseits vom Trubel mit karibischem Flair - egal zu welcher Jahreszeit. Ich liebe diesen Ort!

Balm

Balm ist, wie viele Orte des Achterlandes, ein verschlafenes und verträumtes kleines Örtchen, das deinen Kopf auf andere Gedanken bringt. Es ist ein idillysch gelegenes Eldorado mit traumhaften Blick auf einen Ausläufer des Achterwassers - dem gleichnamigen Balmer See.

Einen sehr lebendigen Kontrast dazu bildet der Golfplatz am Balmer See. In reizvoller Landschaft gelegen, ausgestattet mit zwei 18-Loch-Anlagen und einem 9-Loch-Übungsplatz, zählt er zu den schönsten an der Ostsee. Und auch wer nicht golfen mag, kann sich im Golfhotel Balmer See mit seinen zahlreichen Wellnessangeboten verwöhnen lassen und einen unvergesslichen Urlaub verbringen. Hier übernachtet man First Class und romantisch in einem der reetgedeckten Häuser oder Apartments am See. Idylle und Entspannung pur.

Warthe

Das Dörfchen Warthe scheint so vor sich hinzuträumen... Nicht nur deswegen lohnt es sich besonders, hier zu verweilen und die schöne Gegend zu erkunden. Manchmal kann man sogar den Fischern bei der Arbeit zusehen.

Der Lieper Winkel war jahrhundertelang unbekanntes Land - abgelegen einsam und noch dünner besiedelt als andere Gegenden der Insel.  Trotzdem wurde überraschenderweise die Kirche im Dorf Liepe als erste der Insel Usedom eine öffentliche Erwähnung fand. Durch die vom Badetourismus isolierte Lage konnte sich die Gegend ihren ursprünglichen Charakter bewahren.

Im Jahre 1187 vermachte die pommersche Herzogin Anastasia den Ort Liepe und seine Umgebung dem Prämonstratenserkloster Grobe (bei Usedom). Damals war die Halbinsel noch dicht bewaldet und von Sümpfen durchzogen. Zwar begannen die Mönche das Land nutzbar zumachen um es besiedeln zu können, aber lange Zeit passierte hiert trotzdem nichts. Die Einwohner der winzigen Dörfer hatten kaum Kontakt zur Außenwelt. Sie waren bis zum Ende des 19.Jahrhunderts darauf angewiesen mit dem Boot über das Achterwasser zufahren, erst dann wurde eine Straße gebaut die die den Lieper Winkel mit dem Rest der Insel verband.

Ostklüne

Nun wohne ich schon seit über 20 Jahren auf Usedom und war noch nie im zauberhaften Ostklüne. Das kleine Dörfchen liegt am Stettiner Haff und auf der anderen Seite liegt der Usedomer See auf einer kleinen Halbinsel. In diesem Ort im Usedomer Winkel leben nur wenige Einwohner. Die Einwohneranzahl soll bei nur 25 liegen.

Eine Dame davon haben wir direkt vor Ort getroffen sowie und ihren Hund und nicht zu vergessen die unzähligen Dorfkatzen. Mit ihren 85 Jahren und hatte sie uns einiges zu erzählen: Wo sie gewohnt hat und wo sie jetzt wohnt. Dass ihr Vater, Großvater und Urgroßvater Fischer waren und auch sie in den Ferien oder auch nach der Schule beim Fischen geholfen hat. Ihr Sohn ist übrigens der Fährmann vor Ort! Auf Zuruf setzt er hier mit einer kleinen Ruderfähre über oder - genauer - man kann ihn per Klingel rufen. Die Fähre bringt dich von einer Seite der Klüne auf die andere.

Mach’ dich auf eine Erkundungstour um den Usedomer See zu Fuß oder per Rad dann endet der Weg in Ostklüne bzw. Westklüne, denn die beiden Dörfer trennt die Kehle (eine Verbindung zwischen Usedomer See und Stettiner Haff). Die Kehle ist 300 Meter lange und 50 Meter breit.

Im Nachbarort Wilhelmshof befindet sich eine Haltestelle vom Linienbus. Der Bus fährt in die Stadt Usedom. Von Ostklüne ist der Weg zum Bus aber relativ weit, so dass die Anreise mit dem eigenen Auto zu empfehlen ist. Im Nachbarort Welzin befindet sich eine Käserei. Es gibt also viel zu entdecken, selbst in so einem kleinem verträumten Örtchen.

Stolpe

Mitten im Naturpark Insel Usedom, eingebettet zwischen Wiesen und Feldern, liegt am Stettiner Haff, der kleine Ort Stolpe. Über eine Baumallee, etwa fünf Kilometer von der Inselhauptstadt Usedom entfernt, gelangt man über eine alte Pflastersteinstraße direkt in den Ort. In Stolpe ticken die Uhren tatsächlich langsamer. Denn du fühlst dich durch die alten Gebäude, wie zum Beispiel das Schloß Stolpe, das direkt gegenüber des idyllischen Dorfteiches liegt und der ehemals zum Schloß gehörenden Remise, wie in eine andere Zeit versetzt...

Wie in einer anderen Zeit kommst du dir auch in der hier einzigen Bäckerei vor. In der Bäckerei Langhoff gibt es tatsächlich noch Bienenstich und Pfannkuchen wie zu DDR-Zeiten. Brot und Brötchen haben noch Biss und können im kleinen Garten-Café gleich verköstigt werden.

Naturpark Haus Usedom

Das Naturparkhaus - Informationszentrum der Insel Usedom - befindet sich neben der Stadtinformation Usedom im Erdgeschoß des Klaus-Bahlsen-Hauses. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Bahnhofsgebäudes werden dir mit moderner Multimediatechnik Informationen zum Naturraum der Insel Usedom vermittelt. Dabei zieht sich das Schwerpunktthema „Wasser“ als ein für die Insel Usedom charakteristisches Element durch die gesamte Ausstellung. Thematisch werden u.a. Strand und Dünen als Lebensraum, Leben im Schilf, Niedermoornutzung am Beispiel des Thurbruches sowie die Küstendynamik am Beispiel des Streckelsberges abgebildet. Weiterhin wird das Thema „Naturschutz auf Usedom“, veranschaulicht durch Präparate von Seeadler, Fischotter oder Biber, erläutert. Ergänzt wird die Naturpark-Ausstellung Insel Usedom durch eine 23-minütige Ton-Dia-Show zum Naturpark Insel Usedom, die im Saal des Klaus-Bahlsen-Hauses Usedom zu sehen ist.

Wirklich sehr sehr informativ, wenn du ein Naturliebhaber bist.

Stadt Usedom

USEDOM – DIE STADT ZWISCHEN KLEINEM HAFF UND PEENESTROM

Usedom ist oft nur als die Sonneninsel von Deutschland bekannt, dabei ist auch die gleichnamige Stadt Usedom selbst ein beliebtes Urlaubsziel an der Ostsee. Dort, wo sich heute das Städtchen befindet, wurde schon im 8. Jahrhundert gesiedelt. Da ist es kaum überraschend, dass es sich bei der Stadt Usedom um einen Ort handelt, bei dem du an jeder Ecke geschichtsträchtige Denkmäler findest.

Es fühlt sich schon ein wenig feierlich an, langsam durch das Anklamer Tor zu schreiten und die Stadt Usedom zu betreten. Gegründet wurde die Stadt offiziell im 13. Jahrhundert, nachdem sich hier jedoch auch schon vorher Siedler niedergelassen hatten. Das Anklamer Tor ist ein beeindruckender Bau, der in seinem Inneren die Heimatstube beherbergt.

Das Herz der Stadt Usedom ist der Ortskern. Hier sind noch Reste aus der mittelalterlichen Zeit zu finden. Die Häuschen haben einen besonderen Charme, die Türen sind mit Verzierungen versehen. Die Häuserfronten sorgen dafür, dass es einfach Spaß macht, durch die Straßen zu spazieren. Mache Halt in einem der kleinen Geschäfte, in denen Souvenirs und handgefertigte Waren angeboten werden oder schlendere hinunter zum Hafen. Empfehlenswert ist auch das kleine  Café in der Innenstadt. Bei schönem Wetter stehen die kleinen Tische hier auf der Straße. Du kannst aus einem reichhaltigen Angebot an Kuchen wählen und das bunte Treiben auf den Straßen beobachten - Wenn wir denn wieder dürfen. Aktuell ist natürlich aufgrund des Lockdowns, aber auch Saisonendes, so gut wie alles geschlossen.

Oft unterschätzt, ist die Stadt Usedom doch ein schönes Ausflugsziel auf der Insel. Hier kannst du eintauchen in eine bewegte Geschichte, die bereits mehrere hundert Jahre in die Vergangenheit geht. Du spazierst vorbei an Häusern aus dem Mittelalter und fühlst dich wie in einer anderen Zeit.

Quelle: usedom.de

Inselmühle Usedom

Die neu gegründete Inselmühle Usedom ist eine Naturmanufaktur für kaltgepresste Speiseöle, naturbelassene Obst- und Gemüsesäfte sowie delikate Aufstriche. 160 Jahre wurde in der Inselmühle Getreide gemahlen. Heute beherbergt das alte Gemäuer modernste Technik und ist nach einem langem Dornröschenschlaf zu neuem Leben erweckt worden – mit viel Herzblut und Liebe zur Region. Die mehrfach ausgezeichneten Mecklenburger Landweine und Spirituosen des außerdem eigenen Weinguts Schloß Rattey bereichern das Sortiment. Hier wurde 1999 wahre Pionierarbeit geleistet. Heute ist Schloß Rattey das größte norddeutsche Weingut.

Sobald das Bistro & Café wieder öffnet, kannst du dort den Tag mit einem leckeren Frühstück ab 9:00 Uhr beginnen. Von 11:30 bis 18:00 Uhr erwarten dich abwechslungsreiche Tagesgerichte, ein Mittagstisch und eine besondere Speisekarte, die einem immerwährenden Thema gewidmet wird – der Liebe.

Für Weinliebhaber hat der Ratteyer Winzer zu jedem Gericht den passenden Tropfen ausgewählt. Der Nachmittag lädt ein zu Selbstgebackenem auf der überdachten Terrasse mit sonnigen und schattigen Plätzen. Ist die Vorfreude schon groß? Dann setze die Inselmühle für den nächsten Inseltrip auf deine Usedom-Checkliste. Ich war bei meinem letzten Besuch und der Besichtigung jedenfalls ziemlich begeistert von der Leidenschaft, dem Herzblut und der Liebe.

Quelle:

LYONEL FEININGER RADWEG

80 künstlerische Motive verbindet er an insgesamt 40 Stationen auf einer Gesamtlänge von 56km: der Lyonel-Feininger-Rundweg auf der Insel Usedom. Der deutsch-amerikanische Maler Lyonel Feininger war leidenschaftlicher Radfahrer. Seit er in Deutschland lebte, kaufte er sich regelmäßig das neueste Rennrad-Modell und legte jährlich tausende Kilometer zurück. Am 17. Mai 1908 war er erstmals auf der Insel Usedom.  Bis 1912 erkundete er die Gegend auf seinem Cleveland Ohio Rad von Heringsdorf, Neppermin oder Benz aus und suchte stets nach neuen Motiven. 100 Jahre später entstand die Idee, alle Malorte Feiningers auf Usedom zu entdecken, kartografisch zu erfassen und einen touristischen Radweg daraus zu machen – die „Lyonel-Feininger-Tour“.

Aus Briefen an seine Frau Julia weiß man von seinen Aufenthalt in Neppermin. So malte er den Fischern zum Gefallen Tafeln mit den Bootsnummern. Hier und an vielen anderen Orten entstandenen seine „Natur-Notizen“, Zeichnungen, die oft Ausgangspunkt für ein Gemälde wurden. Beispiele sind „Mondaufgang in Neppermin“ oder eine Zirkusszene auf dem Dorfplatz in Balm. Seine Ausflüge führten Feininger auch in das benachbarte Benz. Schon unterwegs malte er die Straße mit den damals frisch gepflanzten Alleebäumen. Im Benzer Kirchturm fand er ein Motiv, das ihn bis an sein Lebensende fesselte. Selbst kurz vor seinem Tod in New York entstand 1955 noch ein Aquarell der Kirche. Die Zeichnung der Benzer Holländerwindmühle befindet sich heute im Besitz der Familie Rockefeller und gilt als die erste bildliche Darstellung des heutigen Denkmals.

Die 2009 eröffnete Lyonel-Feininger-Rundtour führt über Mellenthin, Balm, Neppermin, Benz, Sallenthin, Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck, Swinemünde, Zirchow, Korswandt, Gothen und Neuhof. Weiß-blaue Schilder weisen den Radlern und Kunstliebhabern den Weg auf den Spuren des deutsch-amerikanischen Malers. Die einzelnen Malorte sind mit Bronzeplatten markiert.

Quelle: usedom.de

Halbinsel Wolgaster Ort

Die Halbinsel Wolgaster Ort gehört zum Hinterland der Insel Usedom. Geprägt wird die hügelige Landschaft von den nahen Küsten Usedoms zum Peenestrom und zur Krumminer Wiek. Auf dem Wolgaster Ort finden sich die Orte Krummin, Neeberg, Sauzin, Ziemitz und Wolgaster Fähre/ Mahlzow. Die letzten beiden Orte gehören zum auf dem Festland gelegenen Wolgast.

Die Usedomer Gemeinden Krummin, Neeberg und Ziemitz liegen landschaftlich sehr reizvoll an der Krumminer Wiek bzw. am Peenestrom und haben jeweils kleine Häfen für Fischer- und Sportboote.
Vor allem Ziemitz an der Südspitze der Usedomer Halbinsel Wolgaster Ort hat sich mit Blick auf seine touristischen Angebote in den letzten Jahren beachtlich entwickelt. In der Nähe des Peenestromes sind viele attraktive Ferienhäuser mit Ferienwohnungen und Ferienzimmern entstanden.

Zwischen Ziemitz und Neeberg erhebt sich eine Steilküste an Peenestrom und Krumminer Wiek, von der aus ein schöner Blick bis hin zum Weißen Berg auf der Usedomer Halbinsel Gnitz besteht. Das umgebende Wiesenland auf einem hügeligen Grund bildet ein wunderbares und für die Landschaft Usedoms typisches Landschaftsrelief.

Nördlich des Usedomer Dorfes Sauzin liegt die Sauziner Bucht am Peenestrom, eine unspektakuläre, ruhige Landschaft. Eine Erhebung, die Alte Schanze, bildet einen schönen Aussichtspunkt über den Peenestrom. Von hier aus lässt sich die Peenewerft in Wolgast gut betrachten. Manchmal dringen metallische Geräusche von der Werft über den Peenestrom auf die Insel Usedom.

Die Küste zur Krumminer Wiek zwischen dem östlich von Krummin gelegenen Strumminsee und Neeberg ist landschaftlich sehr reizvoll und eine Wanderung entlang des Deiches lohnt sich unbedingt. Die über das Jahr wechselnden Farben des Schilfes, die ausgedehnten Wiesen, das im Sonnenlicht glitzernde Wasser der Wiek — die ästhetischen Eindrücke sind sehr typisch für das Usedomer Hinterland.

Diese Halbinsel muss unbedingt auf deine Usedom-Checkliste, denn in der Saison öffnen auch dort wieder tolle Lokale wie das Inselcafé in Sauzin, das Fischstübchen in Neeberg, die Nachkatze und Pferdetränke in Krummin sowie natürlich der legendäre Naturhafen Krummin.

Streckelsberg Koserow

Mit rund 58 Metern ist er die dritthöchste Erhebung der Insel Usedom. An Höhe nur übertroffen vom Golm und vom Kückelsberg, entstand die Kliffranddüne während der letzten Eiszeit als Stauchendmoräne und befindet sich südöstlich des Ostseebades Koserow und des Dorfes Kölpinsee.

Der Streckelsberg ist jedoch die höchste Erhebung an der Küste der Insel Usedom. Du hast einen fantastischen Ausblick bis zur Insel Rügen, zur Greifswalder Oie und zur polnischen Insel Wollin Misdroy. Der Streckelsberg ist ein Naturparadies in dessen fast 200 Jahre alten Buchenwäldern Orchideen wie das seltene Rote Waldvögelein und Leberblümchen blühen. Am ehemaligen Beobachtungsturm Koserow bietet eine fast freischwebende Baumwurzel direkt an der Steilküste ein einmaliges Fotomotiv. Mein neuer Lieblingsplatz! (Ich war nämlich schon lange nicht mehr hier.)

Fischerort Zempin

Eines der bezauberndsten Orte der Insel Usedom:

Zempin – das kleinste Seebad auf Usedom, in der schmalen Mitte der Insel. Der Ort hat sich aus einem Fischerdorf am Achterwasser zu einem Ostseebad entwickelt. Vieles erinnert noch heute an den Fischerort. Dies spürt und sieht man noch immer, wenn du durch die Zempiner Straßen vom Achterwasser entlang bist zu Ostsee spazierst. Dazu hat das Seebad auch noch schöne Sehenswürdigkeiten, wie eine alte Schule, die jetzt ein Museum ist oder die wunderschöne Promenade. Das Wappen zeigt zwei goldene Fische, einer steht für das Achterwasser und einer für den Strand und viele Fische wurden geräuchert, deshalb die Farbe Gold.

Idylle pur an der Peene

Die sonst so viele befahrende Peenebrücke war an diesem Tage im Dezember ziemlich leer. Die Sonne schien und das Wasser wirkte sehr beruhigend, wenn man vom Steg aus in die Ferne schaute. Auch hier war ich ganz allein.

Die Gaststätte mit einer kleinen separaten Pension hat aufgrund des Lockdowns leider geschlossen. Beides liegt direkt am Peenestrom, am Tor der Sonneninsel Usedom, gleich hinter der Zecheriner Brücke. Vom geräumigen Wintergarten im Peene-Idyll hat man sonst einen herrlichen Ausblick auf den Peenestrom mit der Brücke.

Die Zecheriner Brücke ist eine Klappbrücke über den Peenestrom im Zuge der Bundesstraße 110. Sie liegt etwa sechs Kilometer westlich der Stadt Usedom und ist neben der Peenebrücke Wolgast eine von zwei Straßenverbindungen auf die Insel Usedom.

1867 konnten die Kahn- und Pramfähren „Klotzower Fähre“ und „Pinnower Fähre“ den Verkehr zur Insel Usedom nicht mehr bewältigen. Von Johannishof südlich von Pinnow bis zum Peenestrom wurde ein Straßendamm (heutige B 110) aufgeschüttet und beim so genannten Schwemmort eine fiskalische Fähranstalt mit Fährgehöft eingerichtet. Als der Bäderbetrieb in den 1920er Jahren auf der Insel Usedom einen rasanten Aufschwung erfuhr, stießen die Kapazitäten der Fährverbindungen zwischen Schwemmort auf dem Festland und Insel bald an ihre Grenzen. Daher veranlasste der Landkreis Usedom-Wollin den Bau einer Straßenbrücke. Die Bauarbeiten begannen 1930. Im folgenden Jahr, am 22. Mai 1931, wurde die Verbindung als Usedomer Bäderbrücke eröffnet.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke 1945 von der Wehrmacht gesprengt. Erst 1955 konnte sie erneut für den Straßenverkehr freigegeben werden. In den Jahren 1999 und 2000 wurde die Brücke vollständig saniert.

Ich finde die Geschichte auch mal ganz interessant zu wissen, als wenn man immer einfach nur drüber fährt. Manchmal verlasse ich die Insel wochenlang nicht und jedes Mal ist es aber dann immer wieder ein einzigartiges Gefühl. Mit der Zecheriner Brücke verbinde ich ein ganz besonderes Heimatgefühl, wenn ich nämlich nach Lassan fahre und meine Eltern besuche. Zurück fahre ich meist über die Wolgaster Brücke. Das Gefühl ist dennoch immer gleich: willkommen zu Hause!

Fischerdorf Kaminke


Kamminke zählt zu den ältesten Fischerdörfern auf der Insel Usedom. Reetgedeckte Häuser und die Steilküste bestimmen das Flair des Ortes. Ich liebe dieses Ansicht eines Postkartenmotivs!

Die Gemeinde Kamminke im östlichen Teil der Insel Usedom liegt im Achterland, direkt am Nordufer des Stettiner Haffs. Der Golm, die mit 69 m ü. NN höchste Erhebung der Insel, bietet eine weite und grandiose Aussicht bis nach Swinemünde. Unmittelbar am östlichen Rand verläuft die Grenze zu Polen.

Kamminke ist ein langgestrecktes Straßendorf am Fuße des Kliffs Golm - Kamminke. Dieses ist in der Ortslage bis zu 28,8 m hoch. Mehr erzähle ich dir in in den Geschichten über Usedom, wenn es wieder über Märchen und Sagen geht.

Wockninsee

Der knapp drei Kilometer lange Naturlehrpfad hat seinen Anfang am Bahnhof Seebad Ückeritz und führt durch das 1958 zum Naturschutzgebiet erklärte Gebiet um den Wockninsee, einem teilverlandeten Strandsee mit Resten eines Hudewaldes, also eines als Weide genutzten Waldes. Entlang des Lehrpfades informieren dich Schautafeln über die Flora und Fauna des Gebietes. Über die sogenannte Aalgrabe, einer Moorrinne, die den Wockninsee mit dem Achterwasser verbindet, führt eine kleine Brücke.

Das Waldgebiet ist u.a. von Fichten, Douglasien und Lärchen geprägt. An den Rändern des bis zu zwei Meter tiefen Sees befinden sich Übergangsmoore, in denen Erlen, Kiefern und Birken wachsen. Seewärts geht das Übergangsmoor in baumfreies Schwingmoor über. Ein hölzerner Aussichtspunkt im Nordosten des Lehrpfades ermöglicht einen guten Überblick über den See und die angrenzenden Areale.

Zur artenreichen Flora des Gebietes zählen seltene Pflanzen wie Kriechweidengebüsche, Schneideried, Sonnentau und Wasserschlauch. Auch die Fauna hat einiges zu bieten. Hier brüten Kraniche, Graugänse sowie Zwerg- und Haubentaucher. Darüber hinaus gibt es im klaren Wasser des Sees einige Algenarten. Er ist außerdem ein wichtiges Laichgebiet für Amphibien wie Springfrösche und Teichmolche.

Der Wald, der Naturlehrpfad und der Wockninsee müssen also unbedingt noch auf deine Usedomliste.

Das Gold des Meeres

Ich bin jetzt übrigens auch unter die Bersteinsammler gegangen...

Neidisch habe ich immer auf die Errungenschaften meiner Kollegin geblickt und das innere Kind in mir wurde erweckt: Das will ich auch!

Auch viele Urlauber träumen davon einen Bernstein auf Usedom zu finden, denn die Gegend rund um die Orte Ückeritz, Kölpinsee/Loddin, Koserow und Zempin gilt als einer der besten Fundorte. Deswegen werden sie auch Bernsteinbäder genannt. Mit etwas Glück kannst du die schimmernden Bernsteine an den Usedomer Küsten entdecken. Besonders in der rauen Winterzeit werden viele an die Strände gespült.

Wie ist Bernstein eigentlich entstanden?
Bernstein ist nämlich kein richtiger Stein, sondern ein fossiles, versteinertes Baumharz. In den großen Waldgebieten Finnlands und Schweden flossen vor etwa 50 Millionen Jahren Harze aus verschiedenen Nadelbäumen. Als diese Harz-Flüssigkeiten auf dem Boden aufkamen, trockneten sie sehr schnell an der Luft. Bedingt durch den Klimawandel stieg der Meeresspiegel im Laufe der Zeit an und überschwemmte viele Wälder. Dadurch wurde das noch nicht versteinerte Harz aus den Baumstämmen gespült. Starker Wellengang beförderte die Harz-Klumpen über Jahre hinweg zu verschiedenen Buchten.

Bernsteine aus Usedom werden heute oft zu Armbändern, Ketten und Ohrringen verarbeitet. Bei esoterisch veranlagte Menschen ist der Bernstein ein beliebter Heilstein. Er soll vor allem bei Magen-/Darmproblemen, Blasen-/Nierenirritationen und Gallenbeschwerden helfen. Die im versteinerten Harz enthaltene Säure soll zudem das Immunsystem langfristig stärken. Ebenso wird Bernstein eine positive Wirkung bei psychischen Problemen nachgesagt.

Für die Bernstein-Jagd solltest du frühstmöglich losziehen, denn bei Nacht spülen hohe Wellen viele Bernsteine an die Küsten. Bei Sonnenaufgang ist es einfacher beim Bernstein sammeln erfolgreich zu sein, da sich das strahlende Sonnenlicht auf den funkelnden Bernsteinen bricht.

Die Zeit von Herbst bis Frühling ist die beste Zeit, um Bernstein auf Usedom zu sammeln. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten stürmt es und das nordische Meer bildet hohe Wellen. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Bernsteine an die Usedomer Küste gespült werden, erhöht. Im Sommer bei stabilem Wetter sind die Chancen dagegen geringer.

Bernsteine werden wegen ihrer geringfügig höheren Dichte als Wasser auf dem Meer mitgetrieben. Durch den Salzgehalt bekommen Bernsteine in der Ostsee zusätzlichen Auftrieb. In den Wintermonaten kühlt die Ostsee ab, was die Wasserdichte weiter ansteigen lässt. Ab einer Temperatur von 4 Grad Celsius hat Wasser die höchste Dichte. Bei dieser Temperatur beginnt der Bernstein sogar zu schwimmen.

Workshop zum Bernsteinschleifen in Zinnowitz
Möchtest du mehr über die Bearbeitung von Bernstein auf Usedom erfahren? Dann bietet es sich an, einen Workshop in der Bernstein-Werkstatt zu besuchen. Im eineinhalbstündigen Kurs erfährst du, welche Schritte der Bernstein vom Fund bis zur Bearbeitung durchläuft. Die Besucher können in der Werkstatt ihren eigenen Bernstein auf Usedom bearbeiten und anschließend als Unikat mit nach Hause nehmen.

Achtung - Verwechslungsgefahr mit Phosphor!
Immer wieder werden anstelle von Bernstein kleine Phosphor-Teilchen angespült. Phosphor-Anspülungen sehen dem echten Bernstein ähnlich und es kommt immer wieder zu Verwechslungen. Da Phosphor im trockenen Zustand die Eigenschaft hat, sich zu entzünden, ist beim Transportieren in der Hosentasche Vorsicht geboten. Du solltest dein Fundstück beim Sammeln am besten in einem separaten Beutel oder Einmachglas transportieren.

Windkraftschöpfwerk Görke

Das Schöpfwerk steht in der Nähe vom Kachliner See. Bis vor kurzem wusste ich gar nichts von seinem Dasein. Aber ich lasse mir gern auch Tipps von unseren Usedom-Fans geben. 

Also machte ich mich auf den Weg ins Hinterland. Und da stand es einfach so da, mitten in Thurbruch.

Der Name Thurbruch kommt im Übrigen aus dem slawischen und bedeutet Auerochsensumpf. Es gibt aber seit 1360 in diesem Gebiet auf Usedom keinen Auerochsen mehr. In Prätenow, in der Mellenthiner Heide, gibt es ein Wisentgehege. Silvester 1979 tobte nämlich ein starker Sturm über Usedom, dabei wurde das Windschöpfwerk zerstört. Das Windrad lag mehrere Jahre am Boden und verfiel zusehends. 1994/95 wurde das Windschöpfwerk Kachlin komplett saniert.

Zum Glück, denn sonst hätte ich es ja nie entdeckt! Bist auch die hier schon mal entlang spaziert oder geradelt? Wenn nicht, muss dieser Weg unbedingt auf deine Usedom-Checkliste.

Die Strandfischer von Usedom

Der Wecker klingelt, es ist fünf Uhr morgens und draußen sind es noch Minusgrade. Ein typischer Morgen Anfang März und zunächst finde ich auch gar keinen Grund aufzustehen. Am Abend zuvor habe ich jedoch den Wetterbericht gecheckt und die Prognose für den kommenden Tag schien sehr vielversprechend. Außerdem hatte ich tatsächlich einiges vor. Dazu später mehr. Noch am Abend schickte ich meiner Kollegin Anni eine Nachricht mit der Frage: „Was machst du morgen früh um sechs?“ Als ich ihr kurz von meinem Vorhaben erzählte, waren keine weiteren Überredungskünste nötig. Pünktlich um sechs Uhr am nächsten Morgen trafen Anni und ich uns bei der Seebrücke Ahlbeck. Schon auf dem Weg dorthin, konnten wir die rosa Farben am Himmel über dem Meer erkennen. Es war bitterkalt, die Ostsee spiegelglatt und außer kreischenden Möwen weit und breit nichts zu hören und niemand zu sehen. Wir filmten und fotografierten, bis uns die Hände an der Kamera festfroren. Dieses Farbenspiel war einfach nur spektakulär! Das frühe Aufstehen hat sich wieder gelohnt und es sollte noch besser kommen:

Radtour durch die Bernsteinbäder

Eigentlich habe ich mir mein Jahr als Inselbloggerin von Usedom auch ein wenig anders vorgestellt. Während der Coronapandemie und einem gefühlt ewig anhaltenden Lockdown ist es auch für mich ziemlich schwierig die Insel in seiner ganzen Pracht und vor allem mit seinen vielfältigen Angeboten erleben zu dürfen. Aktuell nutze ich daher die Zeit und bin viel mit dem Rad auf Usedom unterwegs. Viel lieber möchte ich dir diese Touren nicht nur zeigen und davon erzählen, sondern mich darüber freuen, wenn du endlich wieder selbst die Insel mit dem Rad entdecken kannst. Nun habe ich mir überlegt, dennoch von meinen Touren zu berichten, dich gedanklich mitzunehmen und dir damit ein wenig Inselgefühl transportieren zu können. Denn Usedom wartet noch immer auf dich und vermisst dich genauso wie du deine Lieblingsinsel. Fangen wir also an im:    

 

BERNSTEINBAD ÜCKERITZ

 

Wie kommt dieser Name eigentlich zustande? Bernsteinbäder? Hier an der schmalsten Stelle der Insel reihen sich die Seebäder Ückeritz, Loddin, Koserow und Zempin wie Bernsteine an einer Schnur aneinander. Darüber hinaus findest du nach stürmischen Tagen und Nächten das Gold des Meeres direkt hier an den Bernsteinstränden. Auch ich bin eine begeisterte Sammlerin.

 

Vom Bahnhof Ückeritz aus mache ich mich nun auf den Weg zum Campingplatz, durch den Wald entlang des Wockninsees. Der knapp drei Kilometer lange Naturlehrpfad ist eigentlich am besten zum Wandern geeignet und führt in Richtung Hafen Stagnieß. Und genau da möchte ich hin. Hier am Hafen könnte ich nun meine erste Pause verbringen. Mache ich auch. Nicht, weil ich schon k.o. bin, sondern weil ich einfach für eine Weile dieses schöne Fleckchen Erde genießen muss. Immer wieder bin ich fasziniert von dieser traumhaften, naturnahen Lage. Heute ist auch wieder einer dieser schönen Tage. Die Sonne scheint, das Wasser plätschert vor sich hin. Nur im Fahrtwind ist dieser ziemlich frisch, so dass ich noch nicht auf Mütze, Schal und Handschuhe verzichten kann. Man muss dazu sagen, ich bin auch mit einem E-Bike unterwegs, da kommt man auch nicht so leicht ins Schwitzen. Eigentlich gar nicht. Für die „Usedomer Berge“ ist ein E-Bike tatsächlich auch echt angebracht, falls du dich nicht komplett verausgaben, sondern einfach nur ganz bequem die Landschaft genießen möchtest. Wenn du nämlich den Weg durch den Küstenwald von Ückeritz in Richtung Stubbenfelde wählst, hast du teilweise mit einer Steigung von bis zu 16% zu kämpfen. Und in Richtung Bansin sieht es nicht anders aus, da geht es eigentlich nur bergauf und bergab. Gleichzeitig sind diese aber auch ganz wunderbare Wanderstecken und das immer mit Blick auf die Ostsee! Da nimmt man ein paar Anstrengungen schon gern in Kauf, oder?

 

BERNSTEINBAD LODDIN

Zurück zum Hafen Stagnieß! Von hier aus geht es jetzt weiter über die Ückeritzer Angelteiche ins Bernsteinbad Loddin. Hier kann ich dir auch eine wundervolle Wandertour zur Loddiner Höft empfehlen. Das Fahrrad solltest du dann aber am besten beim „Waterblick“ stehen lassen, da der Weg bis hin zur Höft sehr sandig ist und es geht am Ende steil bergauf. Das Loddiner Höft ist eine in das Achterwasser ragende Landzunge/Halbinsel und bietet dir an einer etwa 16 Meter hohen Steilküste einen herrlichen Ausblick auf das Achterwasser, auf den Lieper Winkel und auf die Halbinsel Gnitz. Auch ein wunderschöner Lieblingsplatz, um fantastische Sonnenuntergänge zu erleben. Aber es ist ja noch mitten am Tag und somit mache ich mich auf den Weg nach Kölpinsee, zum Kölpinsee. Der Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie Schwanensee. Im Kölpinsee befindet sich eine kleine sogenannte Schwaneninsel, die Heimat für verschiedenste Wasservögel ist und auch als Liebesinsel bezeichnet wird. Ist das nicht romantisch? Ich liebe diesen See. Er hat sowas beruhigendes und ich könnte hier echt den ganzen Tag sitzen und einfach nur auf´s Wasser starren. Aber ich weiß ja, wo mich mein nächstes Ziel hinführt und da ist es mindestens genauso schön. Ich schlage also einen Haken und fahre wieder zurück zur B111, dort wo die beiden Orte Loddin und Kölpinsee quasi getrennt werden. Von dort aus geht es dann nach Damerow. Auf der Sonnenterrasse des Forsthaus Damerow würde ich mir jetzt als Gast meine erste Kaffeepause gönnen. Dies ist momentan aber nur als eigenes Picknick möglich – gleich gegenüber an der Schwedeneiche, auf der großen Forsthauswiese oder hinter dem Deich auf dem kleinen Steg am Achterwasser. Letzteres wird meine Wahl. Nach einem kurzen Sonnenbad kann ich von hier aus direkt weiter auf dem Deich, am Otto-Niemeyer-Holstein-Atelier vorbei, in Richtung Zempin radeln.

BERNSTEINBAD ZEMPIN

 

Es ist das kleinste Seebad der Insel Usedom. In Zempin befinde ich mich auch an der schmalsten Stelle der Insel bzw. liegt diese eigentlich an der Rieck, eine Bucht an der schmalsten, nur rund 300 Meter breiten Stelle der Insel zwischen Zempin und Koserow. Dort liegt auch Lüttenort, die Heimat des Usedomer Malers Otto Niemeyer-Holstein. Ich liebe es total, hier am Achterwasser zu sitzen – die Ruhe und die Natur zu genießen, um dasselbe schon ein paar Minuten später am Ostseestrand, hier dann normalerweise etwas lebhafter, zu tun. Meine zweite Pause verbringe ich im Sand, an der Surfbox Zempin, um genau zu sein. Hier ist alles da, was du zum Leben brauchst. Eine Strandbar, eine Dachterrasse mit Blick auf´s Meer, eine Hängematte, eine Strandschaukel. Nur keine Menschen. Wie gern würde jetzt auch ich mit einem Cocktail in der Hand in den Sonnenuntergang schaukeln… Nein, auch wir Inselbewohner können momentan nicht alles haben.

 

BERNSTEINBAD KOSEROW

Bevor es für mich wieder zum Ausgangspunkt geht, radel ich, diesmal auf dem Deich entlang, in Richtung Koserow. Vorbei an den Koserower Salzhütten und an der noch nicht ganz fertiggestellten Seebrücke, immer mit Blick auf die Ostsee, bis es in den Küstenwald hinein geht. Am Steckelsberg mache ich nochmals kurz Halt und kämpfe mich zu Fuß den Berg hinauf. Diesen Ausblick auf die gesamte Ostseeküste muss ich mir nochmals geben. Mit etwa 58 Metern ist der Streckelsberg die dritthöchste Erhebung auf der Insel Usedom. Der Sage nach soll die später als Hexe gebrandmarkte Maria Schweidler hier viel Bernstein gefunden und damit die Not der Menschen auf Usedom gelindert haben. Auch soll der legendäre Seeräuber Klaus Störtebeker hier ein Versteck gehabt haben, und im Umfeld des Streckelsberges soll die sagenumwobene Stadt Vineta vor Koserow versunken sein. Hier werden also Märchenträume wahr.

Bevor es aber dunkel wird, mache ich mich lieber wieder auf den Weg zurück nach Ückeritz. An so einem Tag ist auch echt nichts mehr dran. Aufgrund der aktuellen Ausgangssperre habe ich außerdem echt Probleme, es noch rechtzeitig am Strand zum Sonnenaufgang zu schaffen… Aber das ist natürlich ein Luxusproblem und ich möchte auch gar nicht näher darauf eingehen. Ich hoffe vielmehr, dass dir meine kleine Fahrradtour gefallen hat und wir bald endlich wieder zusammen über Usedom radeln können. Im folgenden Link findest du all die tollen Radwege von Usedom:

 

https://usedom.de/fahrradtouren-usedom

 

 

Insel-Safari

Bisher habe ich echt geglaubt, ich kenne schon viele Ecken von Usedom, aber nach dieser Tour sehe ich die Insel nochmals aus einem ganz anderen Blickwinkel. Auf einer Insel Safari kannst du nämlich die Natur, Geschichte und Gegenwart auf Usedom mal ganz anders erleben.

 

Pünktlich um 9:30 Uhr werde ich also direkt mit dem Land Rover Defender von zu Hause abgeholt. Es ging sofort durch Wald und Wiesen, Landwegen, über Stock und Stein und wenn du willst, darfst du auch auf das Dach des Land Rovers steigen und die Aussicht von oben genießen. Gut festhalten musst du dich trotzdem, aber es macht einen riesen Spaß!

Unterwegs zwischen dem Achterwasser, dem Stettiner Haff und dem Peenestrom entdecken wir die Naturschätze rund um die großen Seen, wie Gothensee und Schmollensee. Die Etappen mit dem Land Rover dauern eigentlich nicht länger als 15 Minuten. Zwischendrin geht es auch zu Fuß raus in die Natur und der Tourguide zeigt und erklärt dir die schönsten Ecken von Usedom und was das Herz der Insel Usedom ausmacht. Eine feste Route ist tatsächlich nicht vorgegeben, du kannst immer mitentscheiden. Ohne großartig auszuschweifen, möchte ich dir heute gern ein paar Eindrücke von meiner Tour mit Gunnar Fiedler vermitteln:

 

Von Koserow aus machten wir uns auf in Richtung Loddin, mit kurzem Stopp beim Waterblick und dem besten Blick auf das Loddiner Höft und auf das Achterwasser. Gunnar hat so viel Wissen von der Insel, das musst du unbedingt selbst erleben.

Dann durfte ich endlich aufs Dach, denn es ging über Landwege in Richtung Ückeritz zum Café Knatter. Dort verbrachten wir am Wasser unsere erste Getränkepause - die Tourguides haben tatsächlich alles an Bord: Kaffee, Tee, Wasser, Saft, Bier, Grappa und alles, was du zum Überleben brauchst. Von dort aus machen wir uns dann weiter auf den Weg, am Hafen Stagnieß vorbei, zum Gesteinsgarten und dem Forstamt Neu Pudagla, wieder mit kurzem Zwischenstopp und Fußmarsch durch den Wald. Anschließend ging es wieder über Stock und Stein und Landwegen zum Gothensee, an Stellen, die ich in meinem ganzen Leben nicht gefunden hätte. Traumhaft schön, kann ich dir sagen und ich mag mein Usedom tatsächlich immer mehr.

So ein ganzer Tag an der frischen Luft macht außerdem echt Hunger - aber auch dafür ist gesorgt! Mitten im Thurbruch bereitet der Tourguide ein sensationelles Picknick für uns vor! Es gab verschiedene Brotsorten und Brötchen, Schinken, Salami, Käse, Kocheier, hausgemachter Frischkäse, selbstgemachte Marmeladen und Honig vom Imker sowie Obst und Gemüse. Mitten in der Natur! Ohne Strom, ohne fließend Wasser, ohne Toiletten!

Gestärkt ging es dann über naturreichen Umwegen in Richtung Wolgastsee bzw. um den See herum, entlang der polnischen Grenze bis hin zum Krebssee, mitten im Wald. Der perfekte Ort für unsere nächste Pause! Bei Kaffee, Tee und selbstgebackenen Kuchen saßen wir nun ganz idyllisch am See – diese Stille ist echt atemberaubend. Nur die Mücken haben ziemlich genervt. Also unbedingt Anti-Mückenspray einpacken, ansonsten brauchst nämlich gar nichts weiter mitzunehmen. Über das Wasserschloss Mellenthin und den vielen Landwegen geht es nach über sechs Stunden Erlebnis pur wieder zurück nach Hause. All die Eindrücke habe ich bis heute gar nicht verarbeiten können und ich bin mit Sicherheit bald wieder dabei!

Weisse Düne

Diesmal geht´s aufs Wasser! An Bord der Weißen Düne! Und das bedeutet Romantik pur unter Segeln auf den Gewässern Usedoms. Daher entschied ich mich auch für den Abendtörn. Einfach Aufsteigen und aus dem Alltag aussteigen. Hier genießt du die einmalige Landschaft der Insel von der Wasserseite aus und das bis zur Abenddämmerung! Die Kapitänin Jane Bothe sowie ihr Mann Detlef begrüßen dich ganz herzlich an Bord. Seit 2011 führen Sie gemeinsam den Betrieb und haben ihren gemeinsamen Traum verwirklicht. Seither segeln sie auf den Gewässern Vorpommerns. Ihre Liebe zur segelnden Binnenschifffahrt ist schon viele Jahre ihr Antrieb für immer wieder neue Lebensabenteuer. Und das spürst du sofort! Mit einem Willkommensdrink stechen wir auch schon in See. Dann heißt es gemeinsames Segelsetzen und dabei darfst du die Crew sehr gern auch unterstützen. Manchmal lässt Jane ihre Azubis auch mal während des Törns auflaufen, wenn sie wieder schnattern und sich nicht konzentrieren und muss dann ein ernstes Wörtchen reden… Meint sie zumindest, aber eigentlich merkst du schon, dass sie sich wie eine Mutter um ihre Jungs und Mädels kümmert. Ein ganz tolle Crew, die immer zusammenhält und das ist auch sehr wichtig bei so wichtigen Aufgaben. Ich kam mir vor, wie in einer großen Familie. Es hat einfach nur wahnsinnig viel Spaß gemacht. Während des Segelns kommen Jane und Detlef auf dich zu und erklären dir alles rund um die 100jährige Geschichte der Weißen Düne sowie über die Karten- und Knotenkunde. Natürlich nur, wenn du Lust hast! Gern kannst du auch einfach nur den Alltag hinter dich lassen und ein pures Segelvergnügen entspannt genießen. Während der Tour wirst du selbstverständlich auch verpflegt. Du hast die Wahl zwischen liebevoll angerichtete Platten - entweder mit Räucherfisch, Wurst und Käse oder auch Vegetarisch. Ich entschied mich selbstverständlich für die Räucherfischplatte! Auch die passende Getränkeauswahl, ob heiß oder kalt, kannst du an Bord erwerben. Der Törn dauert etwa drei bis vier Stunden und die Zeit vergeht viel zu schnell. Nach dem Anlegen willst du eigentlich gleich wieder ablegen.

Kanufahrt in den Sonnenuntergang

Schon allein die Überschrift klingt einfach nur romantisch, oder? Aber du musst auch was dafür tun! Das Abenteuer Wasser beginnt mit einer ausführlichen Einweisung ins Paddeln vom Kanuten – Thomas Heller persönlich. In Sichtweite des Naturhafens paddeln wir dann mit den Kanus und immer mit sicherem Abstand zum Schilfgürtel, auch schon los. Mit Ferngläsern beobachten wir die Vogelvielfalt, die in der Krumminer Wiek beheimatet ist und Thomas erklärt uns einiges zu Flora und Fauna über, auf und unter dem Wasser. Wieder ein sehr lehrreicher Tag für mich. Während die tiefliegenden Sonnenstrahlen bereits durch die Wolken und durch Schilfkante blinzeln, paddeln wir einmal auf die andere Seite des Naturhafens in Richtung Neuendorf. An diesem Abend ist es ziemlich lau. Es weht kein Lüftchen und das Achterwasser ist spiegelglatt. Perfekte Bedingungen für eine entspannte Kanutour. Die Sonne ließ anfangs tatsächlich auf sich warten und versteckte sich hinter den Wolken, aber dann hat sie uns doch noch mit einem spektakulären Farbenspiel nur so den Atem geraubt. Wahnsinn! So eine Tour kann ich dir absolut nur empfehlen. Du wirst anschließend ziemlich glücklich einschlafen können. Den Abend ließen wir zuvor noch bei einem Gläschen Wein am Naturhafen ausklingen – ein wunderschönes Fleckchen Erde.

HISTORISCH, MARITIM, IDYLLISCH - DAS IST DIE HERZOGSTADT WOLGAST

Tatsächlich habe ich ganz vergessen, wie schön Wolgast eigentlich ist. Seit Jahren fahre ich hier nur noch durch, wenn ich die Insel mal verlasse. Dabei ist Wolgast so facettenreich und genau das durfte ich bei der Wolgaster Kulturnacht erleben bzw. wieder in meine Erinnerung bringen. Schon allein, als ich die Gassen Richtung Altstadt lief, erinnerte ich mich wieder, wie ich oft mit meinen Eltern hier zum Shoppen entlang bummelte. Viele Einkaufsläden sind nun leider geschlossen – es wirkt etwas ausgestorben. Auf dem Marktplatz sieht es zum Glück noch anders aus. Hier haben sich neben dem Rathaus noch ein paar kleine Läden und Cafés durchgesetzt. Und auch kulturell hat Wolgast einiges zu bieten. Während der Kulturnacht erfahre ich an historischen Orten viel Wissenswertes aus der Zeit des 18. Jahrhunderts. In romantischer und lauschiger Atmosphäre konnte ich Geschichten aus vergangenen Zeiten hören und mich von Musik inspirieren lassen. Eröffnet wurde die Wolgaster Kulturnacht durch die Turmbläser auf der St. Petri Kirche. Und genau hier möchte ich gern starten. Denn auch ohne Kulturnacht kannst du alle Attraktionen und die Sehenswürdigkeiten in Wolgast erleben.

Die St.-Petri-Kirche Wolgast

Die St.-Petri-Kirche Wolgast ist eine dem Apostel Petrus geweihte evangelische Kirche. Schon beim Betreten erlebte ich ein kleines Déjà-vus, da ich als Kind sehr oft mit meiner Oma die Kirche in Lassan besuchte. Die Atmosphäre in Kirchen mag ich auch heute noch. Das Gemäuer und die wunderbaren Deckenmalereien der St. Petri Kirche in Wolgast haben so viel Geschichte zu erzählen. Die Totentanzbilder sind sehr beeindruckend und lassen dich etwas nachdenklich werden. Ich empfehle dir unbedingt den Kirchturm zu besteigen – die Aussicht über die ganze Stadt und auf den Hafen bis hin zu nahegelegenen Ortschaften ist einfach atemberaubend. Der Aufstieg ist ein pures Erlebnis! Es ist eng, steil und die Decken sind sehr niedrig, aber die Anstrengungen lohnen sich definitiv. Von ganz oben solltest du anschließend auch bis ganz nach unten steigen. In der Gruft der Herzöge von Pommer-Wolgast innerhalb der Kirche befinden sich deren Sarkophage – ziemlich faszinierend und spooky. Ein besonders sehenswertes Kleinod ist die Synodalbibliothek in der St. Petri Kirche. Hier befinden sich zahlreiche alte Bücher, die Auskunft über Wolgast und ihre Kirche geben.

Die Gertrudenkapelle

Bauhistorisch ist diese ein einzigartiges Bauwerk und hat mich echt gefesselt. Die Kapelle ist ein zwölfseitiger Zentralbau mit Mittelsäule und wunderschönem Sterngewölbe. Die Mitglieder des Fördervereins St. Gertrud erzählen dir Interessantes aus der Geschichte der Kapelle. Auf dem Friedhof findest du außerdem Grabstätten einiger historischer Persönlichkeiten, die sich für die Entwicklung der Stadt besonders engagiert haben. Ein wirklich ganz faszinierender und friedlicher Ort - besuche unbedingt diese Kapelle bei deinem nächsten Stopp in Wolgast.

Das Rungehaus

Eine ganz besondere Persönlichkeit in unserer Region ist für mich der Maler und Vertreter der deutschen Romantik Philipp Otto Runge. Das Haus in dem Runge 1777 das Licht der Welt erblickte, ist heute eine moderne museale Begegnungsstätte zu seiner Lebenswelt. Von ganzheitlichen Ideen beseelt, widmete sich Runge auch der Farbenlehre, entwarf Spielkarten und schrieb pommersche Märchen nieder, unter anderem „Vom Fischer und seiner Frau“. Nimm dir also unbedingt die Zeit, die Ausstellung und das Geburtshaus in Wolgast zu erkunden und entdecke interaktiv die Kunst der Romantik und Philipp Otto Runge. Im Hof des Hauses kannst du sogar Platz nehmen und das Leben und Werk von Runge Revue passieren lassen.

Das Postel

Das 130 Jahre alte Postgebäude hast du bei deiner Fahrt durch Wolgast mit Sicherheit schon entdeckt. Es gehört zu den Gebäuden aus der Gründerzeit, zu denen auch das Amtsgericht in der Homeystraße und das Schulgebäude am Unterwall gehören. In diesem ehemaligen Postgebäude befindet sich heute ein liebevoll eingerichtetes Hostel, das mit seinem Ambiente an die alten Postzeiten erinnert. Ein großartiges Projekt und Konzept, wie ich finde. Du kannst in einem Brieftaubennest wohnen, in einer Rohrpost duschen, Fußball in einer Fernsprechstation kicken, unter Dachsparren frühstücken und am Abend zwischen alten Heizkesseln entspannt ein Bier trinken. Wer im Postel eincheckt, findet ein Quartier voller Überraschungen.

Die Kaffeemühle

Zurück zum Rathausplatz finde ich an der Ecke die „Kaffeemühle“ in Wolgast. Der 300 Jahre alte Fachwerkspeicher verdankt seinen Namen seiner eigenwilligen Form. Auf vier Etagen präsentiert hier das Stadtmuseum die Entwicklung der Stadt Wolgast von der pommerschen Residenzstadt zu einem modernen Schiffsbaustandort. Die Industrie-, Handels- und Handwerksgeschichte findet hier durch zahlreiche Exponate veranschaulicht ihren Platz. Wieder völlig faszinierend für mich, zu sehen und erleben, wie sich die Zeiten ändern und wie eine Stadt sich bisher so entwickelt hat.

Das historische Rathaus in Wolgast

Zurück zum Marktplatz und zum Rathaus. Hier befindet sich im Übrigen auch die Stadtinformation von Wolgast, in der du dich über weitere Angebote, Ausflugstipps und Veranstaltungen informieren kannst. Sowie auch das Kaminzimmer. Wo einst die Wolgaster Bürgermeister residierten und regierten, befindet sich heute ein kleiner repräsentativer Veranstaltungsraum. Der Rathausplatz oder auch Marktplatz genannt, ist mittlerweile Treffpunkt für vielerlei Anlässe, wie Markttage, Hochzeiten, Konzerte und Stadtfeste. Ringsherum sowie in den kleinen Gassen findest du auch noch kleine Läden, wie zum Beispiel die Buchhandlung Wolgast, den Eine-Welt-Laden, das Musikcafé und das Restaurant „Onkel Ben´s“. Wolgast ist so facettenreich - das musst du wirklich erleben! 

Stadthafen Wolgast

Vom Marktpatz aus mache ich mich auf dem Weg zum kleinen Stadthafen von Wolgast. Er verbreitet sofort ein eindrucksvolles maritimes Flair, idyllisch, gepflegt und einfach nur wunderschön anzusehen. Der Stadthafen Wolgast ist im Übrigen auch der Abfahrtsort für die klassischen Hafenrundfahrten, Schiffsfahrten auf dem Achterwasser oder dem Peene-Strom. Hier liegen auch die Freizeitkapitäne mit ihren Hausbooten und Segelyachten. Rings herum findest du auch ein paar Restaurants, wie zum Beispiel den Speicher und auch kleine Cafés sowie Fischrestaurants. Es ist an der Zeit, mich auch mal wieder mehr in Wolgast zu bewegen, zu erkunden und zu vor allem all die Köstlichkeiten zu genießen. Und? Habe ich auch dir nun einen Anreiz geben können, Wolgast in seiner ganzen Pracht entdecken zu wollen? Ich denke schon.